Kalk … ein Naturprodukt mit Geschichte

Der größte Teil aller Kalke ist biogener Entstehung (von Lebewesen abgelagert). Es gibt aber auch chemisch ausgefällte:

in der Jura- und Kreidezeit, vor 200 bis 65 Mio. Jahren bildete sich durch Sedimentation auf den damaligen Meeresgrund Schicht für Schicht das bis zu 100 Meter mächtige Kalkgestein, das nach Anhebung des Meeresbodens, bzw. Gebirgsfaltung oberirdisch zum Vorschein kam. Ähnlich Prozesse der Kalksteinbildung vollziehen sich auch heute noch in den Weltmeeren: Korallenriffe und Muschelbänke zeugen davon.

 

…. als Kalk  werden Sedimentgesteine bezeichnet, die ganz überwiegend aus den Mineralen Calcit und Aragonit, zwei Kristallisationsformen von Calciumcarbonat (kohlensaures Calcium, CaCO3, dem Salz der Kohlensäure) bestehen. In mehr oder minder schwankenden Anteilen kommen andere Minerale vor. Dazu zählen Tonminerale, Dolomit (CaMg(CO3)2), Quarz, Gips und andere. Überwiegt der Dolomitanteil, so spricht man vom Gestein Dolomit. Besitzt der Kalkstein einen relativ hohen Anteil an Tonmineralen, so bezeichnet man ihn dann als Mergel. Unter den Begriff Kalkstein werden neben den mehr oder weniger stark verfestigten alpinen Kalksteinen auch relativ mürbe Gesteine wie die Kreide  und die polierfähigen Kalksteine wie der Marmor zusammengefasst.  

 

Unterschied zwischen Kalk (CaCO3) , Kalzium (Ca++) und Gips (CaSO4)

als Kalk wird die Bindungsform (Carbonat) bezeichnet, während Calzium/Kalzium, das chemisch gesehen, zweiwertige Ion (Ca++) ist; diese klare Unterscheidung ist speziell für die Wirkung des Kalkes im Boden wichtig: zur Tonflockung und als Pflanzennährstoff ist Calzium (Ca++) nötig, während zur Säureneutralisierung der Carbonatrest (CO3) bzw. die freigesetzten OH-Ionen dienen. Auch die sulfatischen Verbindungen von Calzium, die verschiedenen Gipsarten liefern beim Aufspalten der chemischen Bindung zweiwertige Ca++-Ionen als Pflanzennährstoff und Bodernstrukturator, jedoch keine Basen (OH)-Ionen und verändern daher den pH-Wert eines Mediums nicht und sind daher auch keine Kalke.

 

Kalkstein wird im Terrassenbau abgesprengt, anschließend grob zerkleinert, abtransportiert und in einem Brecher auf weiterverarbeitbare Fraktionen gebracht, bzw. zu Sande und Mehle verarbeitet. Im Kalkwerk wird durch Brennen von Kalkstein im Kalkofen aus Kalziumkarbonat, der Hauptbestandteil des Kalks, in Calciumoxid (=Branntkalk) und Kohlendioxid umgewandelt (CaCO3 à CaO + CO2). Fein gemahlener Kalkstein (=Kalk) wird in der Land-, Forst- und Wasserwirtschaft gegen die Versauerung von Boden und Gewässer benutzt.

      Absprengen im von Kalkstein im Terrassensteinbruch und Abtransport in das Kalkwerk