Der Kalkwert = basischer „CaO“ Gehalt (Säureneutralisations-Wert =SNW)

 

ist das Maß für das Neutralisierungspotential, ausgedrückt durch die Menge an Säure, die von der Mengeneinheit Düngekalk, oder kalkhältiger Dünger neutralisiert werden kann.

 

 

*) Die sulfatische Bindungsform von Calzium (Gips) ist nicht  basisch wirksam

und auch kein Düngekalk. Gips ist hingegen ein Calzium und Schwefeldünger.

 

 

 

Die Basizität von 100%igen Branntkalk dient als Vergleichsmaßstab für unterschiedliche Düngekalkarten. Daraus resultiert der oben angeführte Umrechnungsfaktor: Das heißt, 1 kg Kohlensaurer Kalk (Calziumkarbonat) hat theoretisch die selbe basische Wirkung (Säureneutralisationskraft) wie 0,56 kg Branntkalk (Calziumoxid). Die sulfatische Bindungsform von Calzium (Gips)* liefert wohl Calzium (Ca++) ist aber basisch nicht wirksam, d.h. kann keine Säuren neutralisieren, und ist daher auch kein Düngekalk, sondern nur ein Calzium-Lieferant und Schwefeldünger.
Wieviel der theoretisch, rechnerische Kalkgehalt (CaO) eines Produktes vom praktisch erzielbaren abweicht, zeigt die Löslichkeit:  ist die Löslichkeit eines Kalkproduktes auf­grund seiner Bindungsform (Carbonat, Silikat), bzw. grober Vermahlung oder bei hohen Boden-pH-Werten gering, so reduziert sich auch die praktische Kalkwirkung dement­sprechend.

 

 

Die pH-Wert-Erhöhung durch eine basische Wirkung findet durch Carbonate, Oxide und Silikate von Calcium und Magnesium statt: nicht die zweiwertigen Kationen (Ca++ und Mg++) bringen die basische Wirkung, sondern die Bindungsreste Hydroxyd und Carbonat (2(OH-) und CO3) der obgenannten Verbindungen

Die Bewertung aller Kalkdünger wird nach CaO  und MgO Gehalt vorgenommen, wobei in der Praxis die höhere Basizität der Magnesiumverbindungen den Kalziumverbindungen gleichgesetzt wird.

 

Das Magnesiumoxid hat eine ca. 1,4-fach höhere Neutralisationswirkung als das Calciumoxid. Magnesiumoxid und Calciumoxid reagieren gleich, bedingt durch das geringere Molekulargewicht der Magnesiumverbindungen ist jedoch die Konzentration möglicher Säurebindungsstellen je Gewichtseinheit Ware um 40% höher. Die Neutralisationsleistung steigt dementsprechend an.

 

Die Gehalte werden bei kohlensauren Kalken und kohlensauren Magnesiumkalken in CaCO3 bzw. MgCO3 angegeben, bei allen anderen Kalkdüngern unabhängig von der tatsächlichen Bindungsform in CaO bzw. MgO. Dies führt oft dazu, dass der CaO-Gehalt von Düngern nicht immer mit den „basischen CaO“ – Gehalt, den Kalkwert gleichzusetzen ist: so weist zB. ein NAC rund 13% Gesamt - CaO (hauptsächlich aus sulfatischen Ca-Bindungen, welche nicht basisch wirksam sind) aus, hat jedoch einen zusätzlichen Neutralisationsbedarf von 50 kg CaO/100kg N durch Kalkzehrung.