Aufwandsmengen der Kalkung 

 

Die nötigen Kalkmengen für die sogenannteErhaltungskalkung,

 dh. dem Erhalt der aktuellen Bodenfruchtbarkeit, werden ausschließlich von den standortspezifischen, jährlichen Kalk-/ (=Basen) Verlusten bestimmt:

diese sind die jährliche Niederschlagsmenge, die Bodenart, die Nutzungsart, der Düngungsform (sauer/alkalisch) und nicht zuletzt die Düngeintensität.

 

Der pH-Wert spielt hierbei eine sekundäre Rolle und dient in erster Linie der Zuordnung des Bodentyps (silikatisch oder karbonatisch);  karbonatische dominierte Böden haben in der Regel ausreichend „Kalkreserven“, daß die Basenverluste nicht ersetzt werden müssen; sie haben jedoch oft aufgrund der schwer löslichen Bindungsform (Carbonat),

einen Bedarf an freien Calzium-Ionen (Ca++), welche in kürzeren Zeiträumen (3-4 Monate) in kleinen Mengen am besten als Gipsmehl nachgestreut werden sollen.

 

als bewährte Faustregel sollten alle 3 Jahre:

·                     auf leichten Böden bzw. Grünland und Wald
            2.000 - 2.500 kg/ha Kohlensaure (Magnesium) Kalke

·                     auf mittleren und schweren Böden und zur Strukturverbesserung
           1.500 - 2.500 kg/ha
Branntkalk bzw. Mischkalk gestreut werden.

 

Viel besser ist jedoch eine jährliche Erhaltungskalkung vor der Saat, bzw. als Kalkausgleich in den Mischdüngern zu den bodenstruktur- und kalkliebenden Kulturen 

mit Mengen von 300 - 700 kg CaO, das entspricht in etwa 500 kg/ha Branntkalk oder 900 kg/ha  KalkKorn oder Kohlensauren Kalk.

Die Aufwandsmengen für Mischkalke sollten bei mehr als 600 kg/ha jährlich sein.

Für magnesiumarme Böden (im Wald, Grünland, Almen) sollten magnesiumhältige, dolomitsche Bodenkalke in den obgenannter Dosierung verwendet werden.

 

Die relevanten „Kalk-Zehrer“ und „Kalk-Mehrer“ können in einer einfachen Kalkbilanz, gemessen am basischen „CaO“-Kalkwert für jeden Standort vom Landwirt abgeschätzt werden:

 

Kalk-Zehrer und Kalk-Mehrer

in kg CaO / ha

Pflanzenentzug und Ernteabfuhr (lt. Entzugstabellen)

-      25 - 80

Auswaschung

 <   500 mm NS

-      50 - 200

 < 1000 mm NS

-    150 - 300

 > 1000 mm NS

-    250 - 400

Neutralisationsbedarf

Immissionssäuren

-      10 -  30

Bodensäuren durch MO

-      20 -  60

Kalk-zehrende Dünger

-      70 - 200

 Zufuhr an Basen

Kalk-mehrende Dünger

+   …….

 

Kalkung

+   …….

Summe jährlicher Kalkbedarf in kg/ha CaO

-     250 - 760

 

Hinweis: Die Kalk-Zehr-Mehr-Werte in kg CaO der meisten in Österreich

verfügbaren Mineraldünger sind in der RWA-Dünger-Liste 2013 vermerkt.

 

In Abhängigkeit der Bewirtschaftungsintensität (extensiv oder intensiv)

und der zutreffenden Niederschläge ergeben sich die nötigen Kalkmengen, welche dem Boden-Standort unabhängig vom Boden - pH-Wert, entweder im 3-4 jährigen Zyklus besser durch jährliche Kalkungen mit kleinen Mengen zu oder vor den kalkbedürftigen Kulturen (zB. Gerste, Raps, Soja usw.) zurückgeführt werden müssen, um die standortspezifischen Ertragserwartungen realisieren zu können.

 

Die angeführten „CaO“- Werte können anhand der folgenden Tabelle in die jeweiligen Kalkprodukte umgerechnet werden. Die passend Kalkform zur Bodenart und Kultur ist unter dem Link „Passende Kalkform“ beschrieben.

Bodenkalk-Sorte

equivalente Menge

 auf  CaO-Basis

Branntkalk > 92 % CaO

1,0

Mischkalk /Magnesium-Mischkalk > 60 %

1,5

Mischkalk (Mika-Lyt)  > 70% CaO

1,3

Kohlensaurer (Magnesium) Kalk > 53 %

2,0

Zelka - FK43, Schwarzkalk > 40 % CaO

3,0

Carbokalk > 30% CaO

4,0

 

Die nötigen Kalkmengen für die sogenannte Gesundungs- bzw. Meliorationskalkung werden in den Bodenlabors (am besten nach den BoWaSan-Konzept) ermittelt.