wichtige Herbst-Kalkungen

Maisstrohkalkung  ist eine wichtige Hygienemaßnahme gegen Verpilzung (Turzicum, Fusarien, Weißblättrigkeit) zur Reduktion des Infektionsdruckes. Die Wirkung beruht darin, dass die Pilz-sporellation nur im feuchten und saurem Milieu stattfindet. Durch eine Kalkung mit Misch- und Brannt-kalken wird ein alkalischer pH-Bereich um das Maisstroh geschaffen, bei dem die Pilzver-mehrung stark reduziert wird. Der Kalk soll mindest 10 Tage durch Tau und Niederschläge intensiv ins Stroh eingewaschen werden; zusätzliches Hächseln bei feuchtem Wetter verstärkt die Wirkung. Die Strohrotte setzt bei gekalktem, hygienisiertem Stroh auch früher ein und vermeidet dadurch, dass nach dem Pflügen, unter Luftabschluß sogenannte Maisstrohmatratzen entstehen.

Die Vorsaat-Kalkung im Herbst ist eine der effektivsten Boden-verbesserungsmaßnahmen für alle kalkliebenden Folgekulturen, wie Raps und Wintergerste. Sie bringt nicht nur strukturver-bessernde, bodenlockernd Wirkung und schützt vor Verschlämmung und Verkrustung, sondern schafft vor allem Bodenhygiene: die Branntkalkanteile reduzieren die Verpilzung. Da die Kalke nur in die Bodenkrume von 5-10 cm  eingemischt werden, genügen  reduzierte Streumengen von 500-1500 kg/ha in Abhängigkeit von der Bodenart und Kalksorte. Auf alle Fälle sollten Brannt- und Mischkalke verwendet werden und mit der Saatkombi in die Bodenkrume eingemischt werden.

Grünlandkalkung im Herbst nach der Nutzung bzw. nach dem Weidebetrieb bringt im Frühjahr ein früheres Ergrünen und ein nährstoffreiches Futter. Die Streu-mengen richten sich nach dem Erhaltungsbedarf (300-400 kg/ha CaO) und nach der Wirtschafts-weise: intensiv genutztes Grünland braucht einmal im Jahr mindest 300-500 kg/ha CaO  um den Kalzium-Ausgleich zur intensiven Stickstoff und Kalidüngung für ein passenden Kali-Kalzium-Verhältnis im Grund-futter zu gewährleisten. Geringe Mengen Schwefel in Form von Naturgips in den Kalken verbessern nicht nur die Stickstoffaufnahme sondern auch die Bodenbiologie. Zur Hygienisierung sind auch Misch- und feinkörnige Branntkalke zu emp-fehlen, welche über eine pH-Wert-Erhöhung eine desinfizierende Wirckung haben.